Samstag, 17. März 2012

Tag 15: Bums 'n' Hustlers

Wir checkten aus und gingen los Richtung "Adelaide" mit unseren Taschen, gefüllt mit Gewicht. Und siehe da, wer lag zu unsern Füßen? Es war der Leichnam des antisemetischen Penners, dessen Starre noch nicht eingesetzt hatte. Nach langem Überlegen, was wir nun mit dem hilflosen Haufen Fleisch jetzt anstellen, hatte Roman einen Geistesfunken. "Wie wäre es, wenn wir ihm den Arm abschneiden und sein Ärmel, gefaltet als Kissen unter seinen Kopf legen, damit er bequemer liegt?". Außerdem setzten wir ihm seine rote Kapuze auf, da streunende Straßenhunde ihm die Kopfhaut mit Haut und Haaren abgefressen hatten und wir fanden, es konnte nicht sein, dass vorbeigehende Passanten sowas anschauen mussten - ein bisschen Anstand muss sein! Unsere Beobachtungsgabe verriet uns, dass der Fremdkörper nicht am exakten Todesplatz vor sich hinschimmelte, sondern, wir nahmen an, nein nein, es muss so gewesen sein, von Taschendieben, als bei ihm nichts zu holen war, an den Ohrläppchen nach vorne geschleift wurde. Jaja, und ihr hattet schon bestimmt gleich, als das Wort "Geistesfunke" fiel, an Nekrophilie gedacht!

Wir behielten uns nicht vor, ein Erinnerungsfoto mit ihm zu schießen. Obwohl er kein Mann großer Worte war, ist er uns, in der kurzen Zeit, die wir ihn kannten, doch sehr ans Herz gewachsen.


Nachdem wir unsere Koffer erstmal im Dakota Kofferraum deponierten (check-in ist erst Mittags), hatten wir genug Zeit, uns in der Innenstadt nach Brunch Locations umzusehen. Auf dem Weg zu einem Restaurant diskutierten wir darüber, ob Brunch für zwei junge Männer in der heutigen Gesellschaft eher toleriert, oder als homosexuell eingestuft wird. Marc war letzterer Meinung, Roman war sich noch nicht ganz sicher. Nachdem Marc erzählte, dass sogar eine ganze "How I met your mother"-Folge dieses Thema aufgriff, waren wir uns sicher, dass wir nicht bereit waren, dieses Experiment einzugehen. McDonald's for breakfast it is! Dazu noch ein ganz ausgefallener! Ein kleines lokal, mit einem schlafenden Obdachlosen drinne, diesmal mit Kopfhaut. Netterweise war keiner darum bemüht, ihn rauszuschmeissen. Wir bestellten unser Frühstückmenü und hockten uns an den einzig freien Wackeltisch für zwei direkt am Eingang. Anschliessend wechselten wir den Tisch und wandelten unsere Ideen und Gedanken in digitale Bits und Bytes um, bevor wir in der Stadt der Sesshaftigkeit nomadenhaft weiterzogen.

Beim Schlendern durch die Streets fiel uns ein Comicladen in den Schoß, ähähäh, nein ins Auge, welcher unmittelbar darauf unser Interesse weckte. Wir gingen rein und checkten einige Comics, Bücher und Actionfiguren ab, stellten allerdings fest, solch ein Laden unterscheidet sich kaum von einem In Deutschland ansässigen "Spielzeuglädle". Danach, wie gewohnt unter Zugzwang, für ein paar Stunden ins Starbucks zum Bloggen, wobei es diesmal eher eine Not seitens Marc war, er musste nämlich kräftig Bricks scheissen. Während ich auf unsere Coffees wartete, verschwand er hinterrücks im Restroom, um sich erheblich von seiner bösartigen Last zu erleichtern. An diesem Tag taten die Büger von SF alles daran, uns daran zu hindern in Ruhe scheissen zu können. Es vergingen keine fünf Minuten, in denen Marc verschwunden war, schon klopfte es an seine Tür (zur Info: es gibt in den meisten Einrichtungen meist nur einen Raum mit nur einer Toilette), die Raumpflegerin, von der wir nicht wissen, welcher Abstammung sie ist, wollte wissen, ob bei ihm alles O.K. ist und er sich beim Scheissen nicht verschluckt hätte. Seiner Version zufolge, antwortete er nicht, aber ihr könnt euch sicher denken, warum. In Deutschland fragt dich in der Öffentlichkeit niemand, ob du nach fünf Minuten des Scheissens noch lebst. Zurück von seiner Session machte er sich freiwillig ans Schreiben des nächsten Eintrags. Etwas später, war es aber wieder an der Zeit zu gehen.

Zurück im fucking "Adelaide", zog die Rezeptionistin sooo ne Fresse...als hörte sie zum ersten Mal, was wir da redeten, diese Hure. Es lag aber ein Missverständnis (aka sie hat's verrafft) vor, doch diese Frau, mit der wir vier Tage vorher alles besprochen hatten, hatte ihr Erinnerungsvermögen wohl in den vier Tagen versoffen. Kleine Rückblende: Bei Ankunft in SF machten eindeutig klar, dass wir ein Dach über Kopf von Dienstag-Freitag und Sonntag-Dienstag hatten. Wir fragten auch doppelt und dreifach nach und sicherten uns wirklich ab. Viereinhalb Minuten Diskussion später, sah dieses verdorbene Stück Weib ihren Fehler ein und tat ihr Bestes, um uns in dieser überbuchten Stadt noch ein Zimmer zu beschaffen. Dies hieß für uns aber erstmal im Wartebereich zu chillen und unser Kulturwissen zu erweitern, wie es von würdigen Thronfolgern erwartet wird. Und was setzt sich dreist neben uns auf die Couch, die eigentlich für uns reserviert war? GENAU, ein barfüßiger Japse! Aber das war natürlich nicht genug, er erdreistete sich auch noch ohne zu fragen uns anzusprechen! Wir blieben angesichts dieser Tragödie auf zwei Beinen aber freundlich. Wir interessierten uns, wie er es geschafft habe, dem Tsunami zu entkommen, warum er denn noch lebe. Glücklicherweise entkam er, indem er dort zu der Zeit gar nicht wohnhaft war, es ist verblüffend, der junge Herr hatte doch etwas in seinem Schädel! Wir im Gegenzug erzählten ihm, was wir in SF machten und wie es davor in LA war und dass wir auch um Haaresbreite von der armenischen Mafia kaltgemacht worden sind. Ausserdem debattierten wir über kulturelle Differenzen, über "Warum's", "Deshalb's" und "Sowieso's". Wir haben mit ihm auch unsere Impressionen geteilt, die wir über die vergangenen Tage geschossen hatten. Bei den "Fuß-ins-Gesicht"-Bildern musste er lachen, ergo gaben wir ihm noch eine Chance darauf, irgendwann von uns gemocht zu werden. Endlich kam die Hostelmanagerin mit einer frischen Adresse an, wo noch ein Zimmer frei war, es war das "Green Tortoise" Hostel, welches sich darauf als wirklich angenehmer Aufenthaltsort erwies. Wir sollten jedoch erst später dieses wirklich empfehlenswerte Hostel auskundschaften, denn aus irgendeinem unbekannten Grund konnten wir erst am Abend einchecken. Wie immer tanzen erst am Ende alle Mäuse auf dem Tisch. So langsam meldeten sich wieder unsere Mägen zum Appell, also galt es den Taschengnom "Zagat" nach einem uns würdigen Ort für ein Festmahl zu befragen. Der Gnom spuckte "House of Nanking" als beste Kombination aus Geschmack und Glückseligkeit aus. Außerdem war dieses chinesische Restaurant nicht weit entfernt, dies bestätigte unsere Auswahl endgültig. Auf dem Weg dorthin, konnten wir einige erstaunliche Wunder von Mutter Natur beobachten:

Woher stammt dieses Ungetüm der Völlerei? Wie lässt sich das Geschlech t dieses Puddingkolosses bestimmen?
Schicke Antwort "A"oder "B" per SMS an 015256180205


Es ist schon das zweite Hilton in dieser kleinen Stadt, aber das schönere von den beiden. Man sollte sich einfach mal ans Herz fassen und dort eine Nacht übernachten. Leider hatten wir fast kein Geld mehr in den Taschen und mussten die letzten Tage finanzmäßig planen, besonders, weil es noch einige Gifts zu kaufen gab. Wir ließen die One-Night Übernachtung im Hilton also weg und zogen weiter in Richtung Asia Restaurant, welches wir auch recht schnell fanden. Im Restaurant, welches uns sofort als freundlich, dekoriert und organisiert auffiel, schnappten wir uns sofort den besten und witzigsten Platz im ganzen Saal. Marc is(s)t schon sein ganzes Leben lang in die Ecke gedrängt, wie eine Kakerlake, er hat sich damit aber abgefunden, denn er weiß, er ist nur eine von 1,3 Milliarden. Ich mag seine neuerdings realistische, auf's Leben bezogene Einstellung. Hier kommt Forever Alone, die Zweite:


Hungrig waren wir und die Speisekarte bot doch einiges, was sich sehr schmackhaft anhörte. Wir entschlossen uns wie immer für eine Suppe als Vorspeise, zum Trinken durfte es Eistee für Roman und eine Coke für Marc sein. Nachdem eine zierliche asiatische Reisfrau unsere Bestellung entgegennahm, meinte Roman: "Marc, du schleppst mich von einem Restaurant ins nächste, ich komme mit dem Scheißen nicht hinterher!", während er nebenstehendes Gesicht aufsetzte. Dies gab ihm den Anlass sich recht schnell in den Hinterraum, der eine Toilette beinhaltete, zu verziehen. Wiedereinmal wurde ihm dabei klar, was für ungeduldige, fettleibige Dünnscheisser doch in diesem Land leben. Denn nach nichteinmal fünf knappen Minuten klopfte es an seine Tür, ob er endlich mit seinem "Big Business" fertig wäre. Nach weiteren gechillten fünf Minuten, ohne sich bei seinem Kunstwerk stören zu lassen,  hinterließ er den Raum, gefüllt mit dem "Odeur de la merde", dem ungeduldigen wartenden Weißen. Romans Anus ist, bleibt und wird auch einfach immer ein Amalgan der Unerträglichkeit sein.


Kokosnussmilch, Minze, Mehl und andere Ingredienzien formten diese Bezierzung des Gaumens. Alleine die Suppe war schon wunderbar anzusehen, aber die Hauptspeise war genau das, was wir gerade brauchten. Es war recht gut, nicht außergewöhnlich, aber doch obere Mittelklasse, vorallem die Menge war entscheidend, man konnte sich einfach sattessen bis zum Brechgeiz und der Teller blieb immer noch halbvoll.

1 Liter Eistee (echter, aufgebrühter und abgekühlter Tee) für 2,50 $? Not bad.
Eines der schönsten Gebäude San Franciscos bei Nacht.
Zurück im "Green Tortoise" hatten wir etwas Zeit, die Räumlichkeiten zu begutachten. Es hatte z.B. einen großen Speisesaal, welcher auch eine kleine Bühne hatte und somit für Bandauftritte oder Stand-Up-Comedy bestens geeignet war. Richtig heiß klang auch die Trockensauna. Man muss auch einfach erwähnen, dass das "Green Tortoise" für reisende junge Leute womöglich zu den besten Bleiben in SF gehört. Sie organisieren Tours zum "Yosemite National Park" und zurück, dabei nutzen sie einen Bus, der wie ein Ninja Turtle gekleidet ist. Wenn man Glück hat, kann man auf dieser Expedition Blicke auf exotische Tierarten wie Rentiere, Wüstenrennmäuse und den Säbelzahnmarsupilami erhaschen. Wir hätten diese Möglichkeit wahr genommen für nur 300 Bucks, wenn unser Rückflug nicht schon gebucht wäre. Dennoch waren die werbenden Fotos sehr vielversprechend und für würden es jedem an die Niere legen. Diesmal glauben wir nicht erst, wir wissen mit fast an Unendlichkeit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass in dem Preis das konsumieren von Pot und das Ausüben von wilden Orgien unter freiem Wüstenhimmel inbegriffen ist.
Leider war kein Zimmer im Haupthaus frei, wir wurden ins Nebenhaus einquartiert, es war aber nicht schlechter eingerichtet, es war sogar richtig cool, 3-stöckig, außen eine Treppe zu allen Etagen. Dort kamen wir auf die Idee ein MTV CRIB-Video zu drehen, leider vergaßen wir dies in all dem Gehetze um Sachen, die wir noch anschauen und besuchen mussten. Noch heute bereuen wir es, dieses Vorhaben nicht notiert zu haben. Manchmal denkt einer von uns an den Freitod, sobald dieser Fauxpas zur Sprache kommt, manchmal sogar beide.


Hier eine paar Impressionen, wo sich unser neuer Ort der Träume ungefähr befand, zwischen Hurenhäusern, Schwulenbars und XXX-Videotheken - ein reines Paradies...nur nicht für uns, anyway, wenigstens die abendliche Beleuchtung war schön anzusehen. Irgendwann, ihr kennt ja nun das Schema S, maulten unsere Mägen wieder, um dies zu unterbinden, blieb uns nichts übrig, als zum verdammten Chinesen zu gehen, dieser hatte aber geschlossen, denn er wusste von unserer Visite nichts, dieser alte lustlose Molch und seine Rattenküche! Kein Problem, dachten wir, es gibt drei genau gleiche Restaurants seiner Art, so what? Das Schicksal belehrte uns eines Schlechteren, gewisse Restaurants stehen nicht ohne Grund im Zagat Guide und andere stehen wiederum nicht ohne Grund nicht im Taschengnom. Das Essen, das man uns vorsetzte. war literally gequirlte Scheiße, sowas kann man nicht mal den in minenübersähter Erde hausenden Regenwürmern in Pakistan zumuten! Also haben wir ragemäßig, halbsatt und nahrhaft total unbefriedigt diesen Klumpen von Saufutter aus der Kloake der Hölle in den Abfall geworfen. Auf dem Weg zum Mülleimer fühlten wir uns, wie diese wehrte Dame, der wir unseren vollen Respekt zollen:


Auf dem Weg zum kochenden Phong spielten wir unser Spielchen weiter, ihr wisst schon, Hinterkopfschelle und so, seht selbst:



Mittlerweile kann man das Denkschema, welches Marc's nicht vorhandenes Gehirn durchmacht, wenn er nach Fotomöglichkeiten sucht, nicht mehr im geringsten Nachvollziehen. Er ist eine sehr gestörte, aber dennoch kaum interessante Persönlichkeit und sie ist nicht einmal gespalten (ein weiteres Indiz für sein "Forever Alone"-Lebensstil) , es ist die gottverdammte, immerwiederkehrende, gleich dumme und einfallslose Eigentümlichkeit. Stellt euch aber vor, mit ein paar Photoshopkniffen lässt sich ein Körper ins Bild einfügen, wobei die Leiche dann so liegt, dass die Wassermelone den zerbersteten Schädel darstellt. Leider ist sowohl Marc, als auch meine Person, zu faul uns diese Skills anzueignen (obwohl wir das könnten, wenn wir wollten), daher denkt euch einfach den Shit da bei euer Birne, so wie damals, als ihr kleine Satansbraten wart. Nachdem wir in unserer bescheidenen Bleibe zurück waren, ließ sich Roman einen Besuch in der Trockensauna nicht entgehen, zog sein roten Pimpsuit an, setzte den Pimpblick auf und pilgerte pimpmäßig zum Maingebäude von "Green Tortoise" um komplett in die Welt des Hitzestaus und der aromatischen Dämpfe einzutauchen und seinen kindlich-porzellanpuppenhaften Körper von all den Sorgen und nervenaufreibenden Problemen sowie Marc's Geheule der letzten Tage zu entgiften. Wie immer, musste er dabei übertreiben, wie denn auch, wenn er es nicht täte, dann wäre er einfach nicht der Zuchtrusse, wie ich ihn kenne. Temperatur voll aufgedreht, Timer auf eine ganze Stunde und jetzt nur noch wartend aus allen Poren dehydrieren. "Etwas über eine halbe Stunde" dachte er sich beim Blick auf den Timer, stellte jedoch schon sehr bald fest: "Bitch, please! Enough is enough!" Irgendwann kehrte er wieder zurück, Marc wartete schon leichtbekleidet für eine Sexytime, wurde aber von Roman abgelehnt. Wir gingen wie geplant zu Bette.

Peace, we're out.

Samstag, 10. März 2012

Tag 14: 2 Guys, 0 Rooms

Schjschjschjschjüschjüschjüschjschjschjschjüschjüschjüschjschjschjschjüschjüschjü....
WTF is this? Was auch immer dieses nervige Geräusch verursachte, es ließ uns verdammt ragen. Lasst uns verdammt nochmal schlafen!!!  "Excuse me Sir, we need you to wake up, we have to clean this room entirely." Ich merkte, wie jemand an meinem reglosen erigierten Körper rüttelte. Es war Roman.
-"Wait what... wie spät ist es?". Es war bereits nach 12 und ich realisierte langsam, dass wir schon lange ausgecheckt haben mussten. Wieso? Am Tag der Reservierung hatten wir ja nur Dienstag bis Freitag und Sonntag bis Montag im Hotel "Dakota" reserviert. Man sagte uns, wir müssen nur kurz vorher mal mit dem Rezeptionisten reden und ein Bett für Samstag reservieren. Eigentlich kein big deal, aber wir hatten es im Suff total verplant. Fol, check out Limit war um 10:30 und es gab eine Verspätungsgebühr, die Roman später mit Blow Jobs begleichen müssen wird.

Nun gut, wir waren also mit zwei schwarzen Putzfrauen im Zimmer, ergo hatten wir verständlicherweise sehr große Angst. Vergewaltigt von zwei fetten afroamerikanischen Frauen im Putzfummel ist nämlich nicht genau das, was man daheim seinen Eltern erzählen will. Schnell reinigten wir unsere Antikörper, packten zusammen und zischten ab. Doch wir werden wiederkommen. Erwartet unsere Rückkehr an der Mittsommerwende, blicket dann nach Westen!
Gestrandet wie ein Fels im Wasser, wussten wir jetzt weder rein noch raus. Wir hatten für die nächste Nacht kein Dach überm Kopf. Aber was jetzt?

 Die Lage scheint aussichtlos zu sein...

 ...aber es sind genau diese Zeiten, die uns den meisten Spaß bereiten. We're fucked.

Fällt denn keinem auf, wie kurz Roman's hässlicher Daumen hier ist?
Ich kenne da was, es ist noch kürzer, if you know what I mean ;)

Die in letzter Nacht versoffenen Gehirnzellen müssen wieder aufgefrischt werden, erst dann können neue Ideen und Innovationen fruchten. Mit reaktivierten Neutronen, fiel uns das Denken wesentlich leichter und wir bemerkten auch sofort, da wir praktisch in einem Viertel waren, in welchem es von Hostels nur so wimmelte, unsere Lage eigentlich gar nicht fatal war. Also zogen wir um die Blocks und checkten die Rezeptionen nach freien Zimmern ab.

Wir hatten eine der meistausgebuchten Saisons erwischt, denn sämtliche Hostels im Umkreis, bei denen wir nachfragten, waren von vorne bis hinten ausgebucht. Wir machten uns ein Spaß daraus, und klapperten einige Edelhotels ab, checkten die Preise. Ein besonders edles betrat Roman und wollte sich anschauen, ob es für ins in Frage käme. Es war ein wirklich sehr schön eingerichtetes Appartment, hatte ungefährt gefühlte 100 Etagen beim Aufzugfahren. Ein einfaches Doppelbettzimmer kostete 399,- USD Startpreis pro Nacht, Roman machte dem Rezeptionisten eindeutig klar, dies sei zu billig und wir wären auf der Suche nach einer ganz anderen Preisklasse und verlies dieses Hotels umgehend. Kurz vor dem Verlust unser letzten Hoffnungsschimmer und auch kurz davor wir uns mit dem Gedanken abgefunden haben, auf der Straße zu schlafen, gab uns eine Fee an der Rezeption des USA Hostels ein Liste mit einigen, in Frage kommenden Jugendherbergen, die eventuell noch Viehställe/-kammern frei hatten. Als wir sahen, dass auf der Liste noch  Telefonnummern und eine Karte waren, trauten wir unseren Haarwurzeln nicht!!! Gerade die letzte Nummer, die wir auf der Liste abarbeiteten, erwies sich als Glückstreffer. Es war ein Doppelzimmer mit zwei Betten für einen moderaten Preis, nur einen Block entfernt.


Wir haben uns nicht unwesentlich erschreckt, als wir diesen gestreiften Elefanten gesehen haben und das auch noch am Tag. Der Name der Bleibe für Samstag Nacht war 'Amsterdam Hotel'. Es wurde seinem Namen auch gerecht. Wieso, wird ersichtlich im weiteren Verlauf des Tages. Nun galt es in unser Zimmer einzuchecken und erstmal etwas entspannen und den Rest des Tages durchplanen. Da waren wir, mit einer niedlichen Inderin am Check-In und forderten eine Prinzen Suite, es war aber alles wie erwartet besetzt, bis auf den Raum, wo das ganze Putzzeug steht, wie ihr den folgenden Bildern entnehmen können, zumindest dachten wir, man habe uns in einem Reiningungsraum einquartiert. Man sicherte uns auch gegen eine kleine Extragebühr zu, das Zimmer würde einen Ausblick bieten, den sonst kein andere Zimmer bieten kann. Hmkaayy.

They were right

Marc stellte bald fest, er brauchte den Schrumpftrank aus "Alice im Wunderland", siehe obiges Bild, ähähähäh. Fertig eingerichtet, war es an der Zeit einen Friseur aufzusuchen, was eigentlich schon längst überfällig geworden war, wie man nachfolgend sieht, wobei dem Wal links ein Besuch im Gym uns auch ganz gut täte:


Aber das Schicksal hatte es anders mit uns gemeint. Die Zeit der Glückseligkeit, in der wir froh waren, ein Kopf über dem Dach zu haben, war viel zu kurz, zumindest für Marc. Als dieser seine Emails checkte, erfuhr er, dass sein Haus von einem Ir(r)en abgefackelt wurde. Pics or it didn't happen, sagt ihr?!


Somit galt es für die nächsten zwei Stunden, alle Planungen für diesen Tag liegen zu lassen und ein bisschen Detektivarbeit zu leisten. Marc musste, ob er wollte, oder nicht, rausfinden, was passiert ist. Es mussten Emails geschrieben werden und Zeitungsartikel gelesen werden. Gleichzeitig musste Marc versuchen, mit dieser grausamen Welt klarzukommen (aka nicht zu weinen). In der selben Zeit inspizierte Inspektor Widget alias Roman das Zimmer nach vergossenen Flüssigkeiten, eigenartigen Gerüchen und unüblichen Vorkomnissen. Er konnte in seinem winzigen Gehirn wohl nicht realisieren, was es bedeutet, seine Wohnung zu verlieren, er stellt sich vor, man könnte wie in einem Computerspiel, nachdem man gestorben ist, einfach restarten. Nach 5 minuten meinte er:
-"Marc, du kannst eh nichts mehr machen, hör auf dich aufzuregen".
-"Roman, deine Familie ist abgestochen worden, hör auf traurig zu sein, du kannst eh nichts mehr dran ändern".
-"Seems legit".

Da die Reue vor dem Magen kommt, gingen wir etwas essen, denn Marcs Gemüt musste etwas besänftigt werden und da er ein deliziös zubereitetes Mahl mehr liebt, als sich selbst oder andere Mitmenschen, schien dies die beste Möglichkeit zu sein. Der Zagat Guide führte uns in ein Indisches "Restaurant", was zwar schon laut dem Führer bestenfalls eine Behausung für Küchenschaben war, aber ausgezeichnetes Essen zum Spitzenpreisen serviert. Genau so war es im Endeffekt, wir können diesen Führer nur weiterempfehlen, Christian Bale benutzt ihn in "American Psycho" auch.


Photobombing Level: Indian. Sieht aus wie Scheiße, aber schmeckt wie Kornkraut mit Weisslöffelessig


Sattgegessen, aber ohne schnieke Frisuren, ließ sich die Stadt schlecht unsicher machen. Wir suchten also zwanghaft nach einem Friseur, der unsere Pederastenhaarschnitte zu modernen, stilvollen Kunstwerken verwandelt. Nur mit einer ungefähren, aber keiner exakten Vorstellung der Friseurlocations durch Google Maps, gingen wir direkt nach dem Festmahl zu Fuß los.
Von den drei Adressen, die wir uns rausgepickt hatten, fanden wir, für unsere Verhältnisse noch "zum Glück", nur eine und die war auch noch geschlossen.  Unser 3-tägiger Marsch führte uns auch in die Höhen der Stadt, dort wo die Luft noch sauber ist und nach Dollars stinkt, wo sich UNO-Vorsitzende in speziellen Gebäuden zusammentreffen und wo Maybachs rumfahren und Straßen epische Adjektive tragen.

Wer bitte möchte nicht in der "Epischen Straße" wohnen?! Nein nein, lasst uns unsere Fantasien!!

Die hängenden Gärten von Babylon, Teil 2


Man sieht es den beiden Gebäuden nicht an, aber ihre Eingangsbereiche wurden von demselben Architekten entworfen: Quasimodo-Kunibald der Ahnungsreiche. Links seht ihr die einzige Kirche auf der Welt, in der auch Atheisten ihre Sünden beichten können. Wenn ihr auf dem rechten Bild das Schild in der rechten oberen Ecke seht, dies ist nicht das echte Kalifornien.


Dies ist das Gebäude des Uno Sitzes. Wir bewundern und bestaunen es immer noch, dass dieses Spiel so an Popularität gewonnen hat, dass seinetwegen ein Gebäude errichtet wurde.
Gerade in diesem Bonzenviertel, wurden wir Friseurmäßig obv nicht fündig. Also liefen weiter, wieder den Berg runter und stießen, wie so oft auf Chinatown, das Viertel, welches nicht weit von unserem Hotel lag und im welchem es nach Reis und Soja stank. Diesmal konnte Roman es Marc wieder nicht verwehren, ein Blick in seine Heimat zu werfen.

Wer von diesen Menschen denkt folgendes: "Bitch, I'm fabolous!" ? Faxt uns eure Lösung!


Es gab zu viele Geschäfte und noch mehr Japsen, trotzdem hatten wir den Anstand, zumindest in ein Geschäft zu gehen, in Korea gehört sich das nämlich so. Dort haben wir uns auch entschieden, ein paar ihrer Accesoires anzuprobieren, wie diese echthaar-Perücke. Roman ist der, Sexy Ginger!
Die Besitzer des Ladens hatte leider schon lange keine Hungersnot erlitten, anders konnten wir uns die bestialischen Preise von 40$ pro Kopfbedeckung nicht erklären. Anscheinend gehen die Teile so gut weg (wie lauwarmer Stinkefisch), dass sie diesen Preis halten können, oder sie besitzen das Monopol in Chinatown und die Yakuza verbietet allen anderen Läden den Verkauf gleichartiger Produkte.


Genug gespielt, jetzt wird wieder ein Auto zu Schrott gefahren, oder Kaffee getrunken, irgendeinen kranken Scheiß abzuziehen jedenfalls. Wir entschieden uns für Zweiteres, denn Roman muss nach dem Konsumieren von Milch immer hart furzen. Für Außenstehende ist dies unerträglich, es treten Blutungen auf, es kann sogar tödlich sein, in diesem Fall ist Entscheidung 2 > Entscheidung 1 in Rubrik Hardcore Badass. Starbucks it is.

Den letzten Sitzplatz besetzt, Netbook auf den Tisch geknallt und ab in die Warteschlange. Roman bezahlte für seinen großen Cappucino 2,50$. Dies war sehr merkwürdig, da der niedrigste Preis auf der gesamten Karte 3,55$ war. Sein Kaffee hätte etwa 5$ gekostet. Good life. Lustigerweise realisierte Marc, dass er gar nicht für sein Getränk bezahlt hatte. Now thats gangsta! Marc, eine gute Seele wie er ist, sagte Bescheid an der Kasse, ihm wurden aufgrund seiner Ehrlichkeit Handschellen angelegt und er wurde abgeführt. Roman bekam von alldem eine Errektion. Nein, Roman bekam von alldem gar nichts mit, er bekam nichtmal mit, dass ich ihm während des Trips jeden Tag 5 Dollar in die Geldbörse geschmuggelt habe. Naja, wir wollen euch ja hier nicht verkaufen, dass Ehrlichkeit zu Bestrafung führt, Marc musste nicht bezahlen. Uns war nicht anz klar, wie weit es denn bis zu unseren Ziel noch war, einen Tipp ganz uns unser Sitznachbar, ein Mac-User. Er sagte nur: "Schaut mal raus Jungs!". Und siehe da, das Schild, welches vorher sicher noch da war, war auf einmal doch da, wo dick und fett der Name unserer Zielstraße draufstand. Wir waren verblüfft. und fragten uns, wer dieses Schild dort so schnell hinpflanztre. Wir nehmen an, nein, nein, wir gehen einen Schritt weiter und behaupten es war der Subway Mexikaner, bestätigt wurde uns das ganze vom einem Bettler, der zwar Spanisch sprach, aber wir wussten, er konnte nur das gemeint haben, es war so obvious.



Der Ferrari von Abraham Lincoln, Modell 120 B Limousine, 1,0-Liter-V12-Motor. Bevor er Präsident wurde, machte er ein dreimonatiges, unbezahltes Praktikum, nachdem er nach seiner Ausbildung bei U.S. Mail nicht übernommen wurde. Fun Fact: Viele wissen nicht, dass es tatsächlich drei und nicht zwei Monate waren. Oben drüber, ein verwahrlostes Gerichtsgebäude.

Während Marc sich also schon ans Bloggen machte, ging Roman durch Blocks und suchte nach Gesocks, ähähähä, nein, nach einer Dampflock....ok ok, nach Friseuren. Nach etwa 20 Minuten, kam er erfolglos mit einem "Okay"-Gesichtsausdruck zurück. Was hattet ihr auch anderes erwartet? Nun denn, meine Freunde, nach einigen Stunden des Bloggens, begaben wir uns ein zweites Mal in den Betondschungel, da Marc mit seiner atheistischen Einstellung Roman nicht glauben wollte, dass alle Friseure entweder zu hätten, oder bereits seit langer Zeit ihre Existenz verloren hatten. Diesmal, musste er sich geschlagen geben, denn tatsächlich hatten alle Haarmacher zu, sogar der, den Roman nicht fand. Einen weiteren Tag mussten also die edlen Knappen mit Wichserfrisuren "aushaaren".




Während Roman ahnungslos mit den Schultern zuckt und die Welt im Zeitraffer an ihm vorbeizieht, verpasst er die Chance mit einem geklauten Vehikel über diese Schanze (links) in in das Himmelreich zu brettern.

Etwas früher an diesem Tag, meinte Roman aus dem Nichts heraus: "Weißt du Marc, meine Mütze steht mir so gut und vorallem passt sie zu dem Rest meiner Kleidung, die Leute schauen mich alle bewundernd an^^". Ein paar Stunden später meinte er beifällig, als wir eine Kreuzung überquerten: "Marc, der Fotograf dort hält die ganz Zeit Augenkontakt zu mir, statt Fotos von den Bräuten (Frauen in Brautkleidern) zu schießen, ich habe Angst, er ist schwul und will meinen After lecken".
Zuerst ignorierte ich diese Sätze, doch auf dem Heimweg, der uns durch diverse Outlets am Union Square führten, warnte uns die Muffinverkäuferin im Muffinladen : "Did you know, that the LA Dodgers and San Francisco Giants are the biggest rivals? People could beat the shit out of you.", so ihre Worte. Trittartig wurde uns bewusst, dass die Leute, die Roman anstarrten, ihn wohl innerlich umbringen wollten und nicht seine Kleidung (wie unrealistisch ist es, dass jemand die Kombination Romans Kleidungsstücke bewundert) oder seinen After wollten. Für den Rest den Abends traute er sich nicht mehr derart dreistdumme Behauptungen aufzustellen.

Zurück im Motel, bemerkte Marc so langsam Romans Lactose-Unverträglichkeit. Nachdem Marc die letzten Tage immerzu ragete, fing nun auch Roman Dampf abzulassen, wenn auch auf seine Art und Weise. Fast schon wie eine kleine Lokomotive, stieß dieser in regelmäßigen Abständen seltsam klingende und gasförmige Wolken aus. Dies erzeugte im Zusammenhang mit den gegebenen Witterungsverhältnissen eine Epistaxis bei Marc. Er bereute es am Leben zu sein. Doch danach war es doch Roman, der es bereute, denn der plötzlich nicht mehr ganz so atheistische Marc, glaubte daran, dass Gott eine Bestrafung auf Roman herabsandte, nämlich einen Juckreiz, der sich nicht gewaschen hatte, d.h. er ging auch nicht durch das Säubern der gereizten Hautstellen mit Wasser und Seife weg,wie man anhand folgender Schnappschüsse sieht:



Der Juckreiz war so derb, dass Roman beinahe das Bewusstsein verlor, zumindest fing er an zu taumeln und stolperte und stieß sich den Fuß an, was sein Gemüt sehr negativ reizte, Marc erholte sich aber jedoch dadurch schneller. Auch trug das Leid seines Kameraden dazu bei, dass Marc von seiner miserablen Lage erfolgreich abgelenkt wurde, wenn auch für 5 Minuten. Romans Neugier hingegen, wuchs immer weiter.






Bevor wir uns zur Nachtruhe begeben sollten, galt es vorerst, unsere Umgebung genauestens zu überprüfen und alle potenziellen Gefahrenquellen auszumerzen. So war in der Wand gegenüber Romans Bett offenbar ein Loch, das für die Luftzirkulation gedacht war, aber kein Gitter hatte, wir fragten uns warum. Nur Roman beließ es nicht beim Hinterfragen, er musste unbedingt am eigenen Leibe erfahren, was sich hinter der Wandaussparung befand. Der Fund war außergewöhhhnnnnn.....

That awkward moment when the fart of your friend stinks as fucking hell making your nose start to bleed

Nach all dem waren wir wieder hungrig und Marc wollte in diesem verpesteten Zimmer nicht einschlafen und in der Nacht ersticken, so begaben wir uns raus um im Subway einen Snack zu uns zu nehmen. Doch der Subway hatte wundermäßiger geschlossen, die Rettung für unsere leeren Mägen kam jedoch in Gestalt in einer kleinen mexikansichen Hot-Dog-Hure ohne Lizenz zum Verkaufen von Hot Dogs in der Nacht auf der Straße. Beim essen der Hot Dogs gingen mit Marc die Pferde durch, er fing an penetrant bezüglich der fehlenden Lizenz nachzuhaken und wollte bei ihr absichtlich ein Gefühl der Unsicherheit erzeugen. Er war darauf erpicht, Besitz von ihrem Körper zu erlangen, dabei nur wirtschaftliche Interessen verfolgend. Vielleicht würde sie aus Angst ihren Körper verkaufen. Wer weiß.

Um den Tag die Jakobs Krönung zu verpassen, machten wir nachfolgendes Foto mit dem gerade eben verstorbenen Bettler. Geschlagene zwei Stunden haben wir gewartet bis er die Löffel abgibt und sein verdammter Geist die Hölle hinabfährt. Immer wieder stammelte er keuchend irgendetwas von "Dollars" und "Eat". Wir taten so, als würden wir kein Englisch verstehen. Bevor wir gingen, erfüllten wir ihm seinen Wunsch: Wir stopften ihm einen Hot Dog in seinen Mund (und damit meinen wir den abgehackten Schwanz seines blinden Hundes) und bedeckten seine Augen mit zwei gefälschten Dollar Münzen, in der Hoffnung, der Fährmann würde diesen Betrug bemerken und seine arme Seele direkt in den Styx zu all dem anderen Unrat werfen. "Jedem das Seine", hieß es zumindest schon einmal in der deutschen Geschichte.


Nein Spaß, wenn es dir als Leser nicht aufgefallen ist, dass es sich hierbei mal wieder nur um ein krankhaftes und äußerst satirisch überzogenes Fantasieszenario und keineswegs unsere Vorstellung von Randgruppen in unserer oder derer sozialen Gesellschaft handelt, dann solltest du dich ernsthaft fragen, warum du Idiot diesen Blog überhaupt soweit gelesen hast und dich nun immer noch wunderst, mit solchen Inhalten konfrontiert zu werden.
Tatsache ist: der Mann schlief! Ihm wurde weder Leid noch Schmerz zugefügt, der wehrte Herr hat von dem Foto nichts mitgekriegt. Natürlich bedauern wir das Leid der Obdachlosen dort und wünschen uns (nicht nur) für Amerika in naher Zukunft ein besseres Sozialsystem :)

Peace, we're out.