Samstag, 31. Januar 2015

Tag 1: "Was noch, Matsu? Was noch?!?"

Die Landung auf Osaka Kansai verlief reibungslos, allerdings klatschte von den ganzen Passagieren auch hier niemand in die Hände, allem Anschein haben Japaner keinen Dank übrig für ein sauber ausgeführtes Landemanöver. Oder ist das etwas, was heute nur noch Idioten tun? An den ganzen Securitystationen endlich vorbei, bekamen wir drei erstmal einen panischen Schock: diese verdammt dünne und feuchte Luft konnte die Sauerstoffkapazität unserer europäischen Lungen nicht vollständig füllen und obwohl wir vollständig einatmeten, kam es uns vor, als würden wir nicht genug Sauerstoff bekommen. Marc fing an Hallus zu schieben und schluchzte "er wolle noch nicht sterben", worauf hin Roman ihn mit einem Schulterklopfen beruhigte und meinte, dies könne unmöglich der Tag sein, an dem er das Zeitliche segnen werde, denn wenn es so frühzeitig wäre, es nur durch Roman's Hand und Fuß geschehen würde. Marc verspürte daraufhin die Ruhe seines Lebens. 

Matsumasa, (nachfolgend Matsu genannt) empfing uns herzlich und setzte sofort ein Zeichen seiner vollkommen Gastfreundschaft. In dem Schlitz eines Getränkeautomaten verschwanden die ersten Yens, die er für uns ausgeben sollte. Hilfreich waren die drei Flaschen kühlen Wassers ohnehin, denn die Hitze machte uns bereits zu schaffen. Nun waren wir bereit die Fahrt zu Matsus Crib anzutreten. Auf dem Weg dahin unterhielten wir uns mit ihm über den Flug, erzählten wie Roman seinen Reisepass vergaß, überhäuften ihn mit Fragen über die Kultur, sowie dem, was uns die nächsten Wochen so erwarten würde und starrten währenddessen stets gaffend aus dem Autofenster. Je näher wir der Innenstadt kamen, desto weiter klappte uns die Kinnlade runter. Osaka, here we come! 


Strasse an der Matsumasa sein Wohn- und Arbeitsplatz hat
Als wir dann endlich Matsus Hütte erreichten, durfte es schon 18 Uhr Ortszeit gewesen sein. Wir brachten unsere Taschen ca. 90 Stockwerke ganz nach oben ins Dachgeschoss. Der Weg dorthin war gespickt mit Labyrinthpfaden, sodass man sich beim Toilettengang ja verlaufe und entweder vom Scheissen nie mehr zurückkäme oder aber sich schon beim Hinlaufen die Hose bräunte. Naja, solch Pfadfinder wie wir sind, waren wir natürlich clever genug uns einen Eselsweg auszudenken. Eine Sache die das WC interessant mache, war das kleine Waschbecken, welches gleichzeitig den Deckel des Wassertanks bildete und das Wasser, mit dem man sich die Hände wusch direkt in den Tank reinfließen ließ. Mit dieser vorbildlichen und effizienten Wassernutzung gewannen die japanischen Ingenieure bei uns so einige Pluspunkte.

Das Zimmer war recht groß, locker 30-35qm an Fläche, hatte sogar einen terrassenähnlichen Ausgang, den wir aber fast nie nutzten, weil es  drinnen einfach kühler war als draußen. Matsu erklärte uns alles, was wir wissen mussten, besorgte uns auch netterweise genoppte Badelatschen, die wir anfangs für sehr bequem hielten. Auch der kleine Kühlschrank war gefühlt mit Friede, Freude, Eierkuchen, lecker aussehendem Brauntee, sowie einigen Lebensmitteln zur Starthilfe, um das Verhungern zu verlangsamen. Vor lauter Begeisterung ging Roman respektzollend in eine gebückte Haltung, klatschte in die Hände und aus seinem Mund kamen die Worte: "Was noch, Matsu? Was noch?!". Obwohl er das natürlicherweise nett meinte, konnte es auf fremde Leute leicht dreist wirken, so als fordere er mehr. Aber Matsu begriff sofort, dass es eine Art romaneskes Kompliment sein sollte.

Des Weiteren dürften wir Bekanntschaft mit dem Adoptivbruder von Justin Bieber machen, Simon Bieber. Seiner Erzählung zufolge interessierte ihn eine steilgehende Musikkarriere, wie die seines Bruders nicht wirklich. Mit seiner Piepsstimme ginge das eh nicht. Okay, Piepsstimme war jetzt vielleicht doch etwas offensive. Die Wahrheit: Simon leidet seit seinem fünften Lebensjahr an einer nicht vollständig geheilten Krankheit. Durch ein Amalgam, das sich in der oberen rechten Lungenhälfte festgesetzt hatte, bildete sich eine zykläogene Gasblase. Die Operation, deren Ziel es war, die Blase chirurgisch zu entfernen, hätte der kleine Simon leider nicht überlebt. Obwohl das Amalgam erfolgreich entfernt werden konnte, blieb die Blase und wuchs von dortan stetig weiter. Der Druck auf die Lungenflügel und Stimmbänder wurde so hoch, dass sich diese um 3cm nach links bogen und somit die Frequenz der Töne, die die  Stimmbänder erzeugen, erhöht wurde. Als Simon uns diese Geschichte erzählte, waren wir fast den Tränen nahe. Wir bitten hiermit alle Leser dieses Blogs, das sogenannte "Chipmunk-Syndrom" als Krankheit nicht zu unterschätzen und Simons etwa um 3 Halbtöne angehobene Stimme nicht als Ziel für die eigene Belustigung zu verwenden. Wir meinen es ernst. Naja, zurück zum Kontext: Simon wollte also nicht seiner eigentlichen Bestimmung folgen, sondern vielmehr der stärkste Mann der Welt werden und allen zeigen, das Aikidō sogar die Kampftechniken von Bruce Lee und Chuck Norris zusammengelegt, in puncto Wutkonzentration, weit überlegen ist. Deswegen kam er für das Training nach seinem Abitur direkt nach Japan.

Es war an der Zeit wieder zu essen! Und das obwohl wir schon im Flieger wie Rinder für die Schlachtung gemästet worden sind. Allerdings war es logischerweise kaum möglich an Essbares ohne Zahlungsmittel zu kommen. Somit war die erste Etappe des Abends, die es zu überwinden galt, Geld zu besorgen. Was wir nicht wussten war, wie hoch diese Hürde sein würde. So begaben sich Gandalf der Gelbe und seine vier Ninjaturtles auf ihre erste Quest! "Finde deine Bank, die dich mit Geld versorgt!" Alles klar, nach einigen Minuten des Christopher Walkens durch die City fanden wir auch schon den ersten Kandidaten. Roman und Marc waren die Versuchskaninchen: anhand ihres Erfolges/Misserfolges konnten dann Simon und Miguel S. entscheiden ob sie ihre Kreditkarten in den Kreditkartenlimbo schicken. Da hatten wir auch schon das erste Problem: alles ist auf japanisch, was jetzt?! "Matsu, könntest du mal zur Hand gehen?". "Ja sicher" meinte er, "so jetzt kommt die PIN."

Roman: "Oh shit, die PIN weiß ich nicht auswendig, sie ist in meinem Handy....und das ist im Zimmer an der Steckdose :D. Aber ich probiere mal, sie zu rekonstruieren!" Nach zwei Fehlversuchen ließ er es bleiben, er und Matsu lachten darüber. Auch Marc konnte nichts machen, da diese Bank jene war, die weder VISA noch Mastercard akzeptieren, wie wir merkten. Währenddessen lud Miguel heimlich sein Luftgewehr durch, mit dem er gerade dabei war den nächsten vorbeifliegenden Vogel abzuschießen. Als er dann an der Reihe war, fiel dem lieben Kerle auf, dass er seine PIN ebenfalls nicht dabei hatte, allerdings mit dem Unterschied, dass er total verpeilt hatte, dass Kreditkarten auch eine PIN haben. Folglich also, ließ er den vierstelligen Code gänzlich daheim. Matsus vorheriges Lachen ließ abrupt nach, die Mundwinkel krümmten sich nach unten, "Ihr seid schon ein vergesslicher Haufen, oder?". Nein, in Wirklichkeit lachte Matsu nur herzlich, denn er ist kein Mensch des Grolls. Naja, fuck it, dann halt morgen! Wir waren zu müde, um uns damit an diesem Abend groß zu stressen. Man begab sich schließlich in ein Kaufhaus, denn Simon brauchte Visitenkarten und ein passendes Etui dazu, schließlich wollte er jedem besiegten Gegner seine Visitenkarte auf der Brust hinterlassen, damit jeder Außenstehende wissen konnte, wer dieser Person solch ein Unheil bereitet hatte. All dies sollte ihm verhelfen, seinem oben genannten Plan Stück für Stück näher zu kommen.

Eeeennddlich begaben wir uns auf den Pfad der Esslust und betraten ein von Matsu empfohlenes kleines Restaurant, welches frittierte Leckereien am Spieß servierte, was dort eine lokale Spezialität war, die sogar in Osaka erfunden wurde. Damals galt sowas als "Arme-Leute-Speise" bei der alles kurz vor dem Verderben frittiert wurde und dadurch noch halbwegs essbar gemacht wurde. Bereits bei der Tischvergabe und dem Hinsetzen, würden wir von den anderen Gästen beobachtet. Die Bedienermagd brachte uns Tücher, Besteck und allerlei Soßen, bei denen wir zunächst dachten "Warum so viele?". Nach und nach kamen auch schon die ersten leckeren Spieße, die natürlich nicht preisgaben, welches Leben sich innen drin abspielte. Es gab alles mögliche, Fisch, Fleisch, Gemüse, Mensch, was eben das Herz begehrt. Hier traf Marc auf die nächste gerade noch so übersteigbare Hürde seiner vegetativen Lebensweise, denn hier gab es zum Glück vegetarisches Essen. Die erste hatte er ja bereits hinter sich, denn die nahm bzw. nahm er nicht, als man uns im Flugzeug fragte, ob wir das vegetarische Menü haben möchten. Roman und Miguel lehnten ab und bevor Marc überhaupt irgendwelchen Einspruch einlegen konnte konnte, war die Stewardess auf und davon, während er mit gehobenem Zeigefinger gerade dabei war ein quäkendes "Waaaaaaaaiiiiitttt..." von sich zu geben. Die vegetarische/vegane Szene war hier jedoch bei weitem nicht so verbreitet, wie wir anfangs dachten.

Minami-Nanba
"Daheim", im schicken Wohnzimmer mit den zwei Klimaanlagen überlegten wir nicht lange und zogen los Richtung Osaka Downtown a.k.a. Nanba (gesprochen "Namba"), dem am buntesten beleuchteten Bezirk mit all möglicher Reklame. Schon bald lernten wir beim Spazieren einen weniger japanisch aussehenden, dafür umso fetteren Typen namens "Cool Guy Ronny" kennen. Wie sich herausstellte, war er Englischlehrer, erst selbst seit ca. 'ner Woche in Osaka und hatte gerade an jenem Tag sein Bewerbungsgespräch an irgendeiner Schule gehabt. Weiterhin ließ er durchsickern, dass er eigentlich in Rumänien geboren wurde, als Baby mit seinen Eltern in die Staaten umzog und dort in Boston aufwuchs, studierte und Lehrer oder son' Scheiss wurde. "Not Bad" dachten wir, blieben aber gleichzeitig skeptisch, da man fetten Menschen nicht trauen soll, wie allgemein bekannt ist. Nach einem Lehrer sah er jedoch nicht gerade aus, eher nach einem Päderasten mit Lolita-Komplex, in Japan auch gut und gerne als "Lolicon" bezeichnet.


Stillgelegtes "Riesenoval"
"Don Quichote"
Warum er nach Japan ging, wollten wir wissen. Der Grund lag offen auf der Hand: hier ist es sicherer als in irgendwessen Mutters' Leib! Hier muss er keinen Gedanken darüber verlieren zu Sportübungen gezwungen zu werden. Trotzdem war für uns die Lolicon-Version wahrscheinlicher, als die gequirlte Scheisse, die er von sich gab. Im Verlauf des Abends trafen wir so auf einige interessante Menschen im Nachtleben von Osaka, nicht zuletzt dadurch, dass wir einige Starkbiere mit diversen, fruchtigen Geschmackssorten in uns reinkippten. "You haven't experienced Japan, if you didn't taste Strong Zero Beer." meinte Ronny...noch so eine Lüge. Hauptsächlich seine extrem extrovertierte Art und Weise steuerte dazu bei, dass wir lauter lustige Menschen trafen an diesem Abend. Die erste Person war ein niedlich, knapp bekleidetes Mädchen (wen wundert's?) auf welches er eisern zuging und direkt mit den paar japanischen Floskeln, die Ronny drauf hatte, ansprach. Eines müsst ihr jedoch wissen: Lasst euch von dem hier verwendeten Wort "Mädchen" nicht täuschen, alle japanischen Frauen sehen bis zur Menopause verdammt jung aus, sind aber trotzdem weit über ihre Zwanzig hinaus. Wir wissen nicht wie, aber irgendwie schien er sich verständigen zu können, verstand also das, was sie sagte und konnte ihr teils in Englisch, teils in Japanisch antworten, wir waren fasziniert. Es brauchte nicht lange, bis er Roman zu sich zerrte und ihn dem Mädchen vorstellte. Dadurch drängte er den Zuchtrussen dazu selbst zu reden, ein Mix aus dem was er auf japanisch konnte und Englisch, abgerundet mit einigen Gestiken. Und tatsächlich war es eine interessante, wenn auch ein wenig ernüchternde Erfahrung, da man selbsterklärend im kommunikativen Verständnis stark eingrenzt war. Ronny, mit der Absicht Roman zu kuppeln, erkannte bald an wen wir geraten waren: "She's a Hooker!". Also schnell verabschieden und weiter gehts! Kurz darauf, sprach Ronny eine Gruppe angetrunkener, lauter Japaner an, die gerade aus oder auf dem Weg in einen Club waren. Einer von denen war auf positive Art und Weise ein ganz komischer Kauz der durchgehend gut gelaunt tanzte. Sobald sie erfuhren dass wir aus Deutschland sind, drehte er völlig am Rad: er trank seinen kleine Whiskeyflasche leer, packte sein Iphone aus, startete irgendein Spiel und führte uns einige Ballerpassagen eines Levels vor. Mittendrin hörte er immer wieder auf, formte seine Hände zu Pistolen und schoss imaginär durch die Gegend mit einem lauten "RATTATTATTATTATTAAAA", lachte herzlich dabei und beobachtete unsere Reaktion. Natürlich konnten wir uns bei diesem Schauspiel von Mutter Natur das Gelächter nicht verkneifen. Einige Male wiederholte er deutend auf sich, er sei ein "Prayer", sofort wussten wir natürlich, dass das nichts mit beten oder Madonna zu tun hat, er meinte natürlich "Player". Nach zehn Minuten des Gesprächs mit den schmaläugigen Zirkusartisten, das hauptsächlich wieder Ronny führte, begaben wir uns weiter in die hellen Höhen der Stadt.

Nicht viele Minuten vergingen bis wir die nächste besorgniserregende Persönlichkeit trafen, schon wieder nur, weil Ronny sein odipöses Maul nicht halten konnte oder wollte. Es war ein älterer Herr, geschätzt so alt, wie die Steine der chinesischen Mauer selbst. Er war ein dunkelhäutiges Security-Männlein, das 'ne Baustelle bewachte, ja fast schon ein kleiner Niggerjapse. Bevor ihr urteilt: Fakt ist, nicht wenige in Japan lebende Menschen haben eine dunklere Hautpigmentierung, als man sich eigentlich denkt oder vorstellt. Wir gehen noch ein Schritt weiter und sagen: Eigentlich will der "Yamada Hanako" (Otto-Normal-Verbraucher) sich dem wie europäischen Schönheitsideal so nah wie möglich annähern, ähnlich einer Asymptote. Zurück zum Wächter der Brücke: Ronny fand ihn und sein Lichtschwert a.k.a. sein riesiges Leuchtstäbchen zur Warnung der Passanten vor Godzilla, mit den er ausgerüstet war, so süß, dass er sofort ein gemeinsames Baby haben wollte. "Well, that escalated quickly!" dachten wir. Nein, es war zum Glück nur ein Foto, eigentlich ein sehr gutes sogar. Warum wir es nicht haben und es deswegen hier nicht zeigen können, erfahrt ihr einige Zeilen später. Ein wenig Smalltalk genügte uns und wir zogen nomadenhaft weiter, wobei dieser Smalltalk nur einseitig war, denn er laberte uns auf japanisch zu, während wir wie Bobblehead-Figuren zustimmend nickten und grinsten. Es war nicht der letzte, geistig umnachtete, seines Amtes waltender Staatsdiener, den wir in Japan sahen. Wir liebten ihn trotzdem.

Es kam der Zeitpunkt, wo unsere Blasen anfingen nachzugeben, ergo mussten wir dringend pinkeln und die einzige Toilette, die in der Nähe war, war Miguels Schlund. Da wir aber seinen Fetisch nicht teilen wollten, suchten wir noch ein wenig weiter und wurden fündig: "Starbucks toire it is!". Während Marc sich dazu entschloss mit den anderen Jungs schwul zu sein und zu bumsen, blieb Roman draußen und beobachtete die nachtaktive Horde, um eine Erkenntnis draus zu ziehen, was diese Ameisen in Menschenform durch den Alltag bewegte, ob sie Gefühle hatten, ob sie wussten, dass es außerhalb ihrer Insel eine Welt da draußen gibt? Währenddessen auf der Toillete die Schwuchteltruppe:

"Jungs, wie bedient man das Teil hier?"
Bereits im Fahrstuhl auf der Fahrt in die oberen Stockwerke merkte Marc ganz schnell, dass Ronnys Gesprächsthemen ständig um ein und dasselbe Thema kreisten, und zwar Geschlechtsverkehr. Marc fragte sich im Stillen, was er von einem faulen, stinkenden, fetten,  haar- und Arbeitlsosen lernen konnte, aber so tolerant wie der Japse ist, hörte er sich nickend und geduldig die Beichte dieses schamlosen Molochs an. Dabei erwähnte Ronny, er habe einen Fetisch für Chinesinnen und könnte nicht anders. Diese Aussage besiegelte er mit dem Satz: "Once I had sex with a chinese girl an it was aaawesome!". Hmmm, nicht dass wir fragten, aber okay I guess?!? "I'm a little bit fatter than average guys."...jo, damit liegste mal gar nicht so falsch, Specki! Endlich mal jemand, der nicht so exorbitant selbstverliebt ist wie Moe, der hässlichste Mensch der Welt. Marc beruhigte ihn, manche chinesischen Erdbewohner haben es verdient, geliebt zu werden, sogar von einem Hängebauchschwein wie ihm. 

Die Jungs verrichteten ihr flüssiges Geschäft und gingen wieder runter zu Roman, dem ebenfalls etwas creepiges passiert ist. Während die Pisser auf Toilette waren und Roman seine Beobachtungsgabe nutzte, fiel ihm eine junge Frau auf, die durch die Straße stolzierte und stets Blicke zuwarf, was für Japaner ungewöhnlich ist, da sie sich alle ihrer Hässlichkeit schämen und Augenkontakt meiden. Er fand es etwas suspekt, beobachtete aber ihr Tun weiter. Unmittelbar in seiner Nähe, etwa in 4-5m Entfernung hielt sie an, zündete eine Zigarette an und rauchte diese möglichst stilvoll. Zwischendrin gab sie Romans Erzählung nach Psychoblicke in seine Richtung ab, als wolle sie prüfen, ob er sie noch im Auge behalte, oder aber auf sie zukommen um ihr den "D" ins Gesicht zu schlagen. Naja, auch gut möglich, dass sie noch nie so eine hässliche Kreatur aus den westlichen Sagen in freier Wildbahn gesehen hatte. Irgendwann beschloss sie ungeduldig wieder zu gehen. So Roman didn't give a fuck, not even a flying one, as always.

Dieses Geschehnis war der Auftakt einer Reihe von Ereignissen, in denen Marc, Miguel und auch sonst wer, nie dabei waren...komischerweise immer nur Roman. Ständig passierte diesem Zuchtrussen irgendwas nur dann, wenn Marc und Miguel ihn kurz allein zu Hause ließen, wie Kevin. Daher liegt die Vermutung nahe, er dachte sich diese Geschichten in seiner zwiegespaltenen Persönlichkeit aus. Noch heute traut Marc nur der Hälfte seiner Worte. Aber na gut, erstmal weiterlaufen und schauen was uns auf dem Weg alles noch so begegnet, wie zuvor schon. Irgendwann kamen wir an eine Ecke mit einer Nudelbude um zu rasten. Kaum standen wir dort, kam schon die dritte Frau angerannt, die uns an diesem Abend Fußmassagen mit Überraschung anbot. Wir bedankten uns, machten klar, dass wir nichts bräuchten - kekou desu. Nicht so Ronny, dieser Junge kann einfach sein Maul nicht halten, er verliebte sich in jede Frau, die ihm ein klein wenig Beachtung schenkte. Uns sagte er natürlich, durch solche Mundpropaganda, würde sich sein potenzieller Kundenkreis erweitern, immerhin lehrt er Japaner gegen bare Münze die englische Sprache. Irgendwann ist sie ihn losgeworden und wir bildeten unseren eigenen Gesprächskreis, laberten über dies und das, während Ronny mittlerweile die Kollegin der Masseurin vollschwallte. Irgendwann lief uns eine Truppe betrunkener, multikultureller Partisanen über den Weg. Attention-Whore-Ronny musste natürlich gleich Kontakte knüpfen und laberte dieses Pack an. Was er aber dabei nicht bedacht hatte war, das der fette Gallier unter ihnen ordentlich angetrunken war. Wie sich das auf die Gruppendynamik ausgewirkt hat, seht ihr nun im Video. Nach diesem Meet'n'Greet, als wir gerade dabei waren uns zu verabschieden packte Ronny sein wahres Gesicht aus: "Guys, I have to ask you a serious question. Can I sleep at your place tonight?" Wir machten dem obdachlosen Übergewichtigen unmissverständlich klar, dass unsere gerade eben begonnene Freundschaft noch an diesem Abend ihr Verfallsdatum erreicht habe. Wir seien immerhin selbst Gäste, und könnten so einen miesen Move gegen unseren Host einfach nicht bringen. Dann wäre da außerdem die Vertrauensfrage etc.pp. Nach dem Abschied gingen wir heim und hörten wir nie wieder von ihm :D. Joa und mit ihm war auch unser Foto mit dem Baustellenjedi über alle Berge.

Mata ne!


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