Donnerstag, 20. August 2015

Tag 7: Ze germans gone wild!


12 Uhr mittags, Roman hängt kotzend auf der Toilette, direkt nach dem Zähneputzen: ein Anzeichen dafür, dass der heutige Tag einfach gut sein muss. Wir beschlossen zu spätem Mittag bei Hooters zu speisen, weil.....uuhmmm......why not?




Das zweite und wichtigere Tagesziel war das "Umeda Skybuilding", ein zwillingsturm-ähnlicher phallischer Gebäudekomplex mit einem atriummäßigen Dach, von welchem man eine superschöne Aussicht auf die Stadt bekommt. In Shorts, aber Regenschirm im Gepäck war mittlerweile Standard geworden, man weiß nie, ob und wann es da regnet. Dadurch, dass unsere Tagesziele nur einen Flohsprung entfernt waren, wollten wir was für unsere Ausdauer machen, an der es ja bekannterweise extremst mangelt, und den Weg einfach mal laufen um andere schöne Dinge zu erspähen. Als wir dann endlich am Hooters ankamen, waren wir erstmal nicht sicher, ob wir den richtigen Ort gefunden haben oder ob hier einfach kein Hooters Restaurant mehr war. Die ganzen Tische waren nämlich auf einem scheiß Holzsteg und in mittelbarer Umgebung war kein Personal oder Gebäude, welches einem Hooters ähnlich aussehen würde. Wir fanden irgendwo nur ein "Closed"-Schild. "Fuck it" dachten wir und gingen direkt zu Tagesziel Nummer 2 über, ohne unsere kaum vorhandenen Nerven für Ausraster zu verschwenden, auch wenn Roman für Hooters die passende Tracht trug, was soll's. Bald waren wir auch schon am Umeda Skybuilding angekommen und fuhren mit dem Fahrstuhl sofort in die oberstmöglichste Etage.


Dort löhnten wir nochmal ein paar Yens für eine Aussicht vom Dach, die aber jeden davon Wert waren.....ich mein einfach.....WOW! Die hatten da so ganz coole Pärchensitze, von welchen wir uns einen besetzten um die Aussicht zu genießen. Danach gingen wir aufs Dach, wo es grade frisch geregnet hatte und jetzt windete. Dort bot uns das Skybuilding eine 360-Grad-Sicht auf ganz Osaka und es sah richtig richtig weitläufig aus. Keiner von uns war bisher in so einer großen Stadt gewesen, die Faszination war demnach von gleicher Größe. Es wurde langsam ein bisschen zu windig und wir gingen wieder ins Gebäude rein, holten uns im dortigen Café jeder 'nen heißen Haffee und ein Snack. Dabei wurden wir von der Bedienung entweder an- oder ausgelacht, wir rätseln noch heute darüber. Auch ob es am Aussehen lag oder an Marc's kläglich gescheiterten Versuch auf japanisch zu bestellen.




Coffee 'n' Donut + View = Priceless
Der Fette Denker sinniert: Ist es besser das Leben zu lieben oder die Liebe zu leben?
Jedenfalls setzten wir uns an die Fenstertische mit Aussicht auf die Weiten von Osaka inklusive dem Yodo-Fluß. Genau hier gestanden wir beide uns nochmal unsere Liebe und kräftigten dadurch unser Band des Vertrauens. Wir verbrachten dort unsere Zeit solange, bis die Sonne anfing unterzugehen, erfreuten uns an dem Anblick und bewegten uns wieder Richtung Erdgeschoss. Bevor es aber zum Aufzug ging, noch schnell im Schwestergebäude Frauen beim Umkleiden bespannen, einfach weil die Möglichkeit es einem bot :D.


Boygroup: Noise Boys and the Gimp

 <3 888 Tage, 88 Stunden, 88 Minuten <3
Als man dann unten wieder aus dem Gebäude spazierte, landete man irgendwie auf einem deutschen Oktoberfest, nur halt voller Japaner - SAAAAAY WHAAAAAAAAT!? Der Anblick war irritierend aber gleichzeitig fühlte man sich irgendwie heimisch durch die ganze Werbung für deutsches Bier hier und da. Wir waren sogar kurz davor dort zu bleiben und uns das Programm und das ganze Drumherum zu geben, mit den japanischen Frauen im Dirndlkleid und den Herren in bayrischen Lederhosen. Leider waren das Bier und die Bretzeln derart überteuert, dass uns jegliche Lust im Hals stecken blieb. Mit überteuert meinen wir 1500-2000 Yen pro halbes Maß (ca. 11-15 Euro). Uns war klar, dass deutsches Bier dort ein köstliches Importprodukt ist, aber hierbei bedurfte es keinerlei Argumentation. Wir sind ja manchmal schon in der Lage Geld in Krematoriumsöfen zu schaufeln, aber diesmal war das sogar für uns zu krass.


Unser Rückweg führte uns durch die hübsche Osaka Station, die auch eine Mall hatte. Ein paar Schnappschüsse und der Versuch Miguel abzuhängen bleiben uns als Erinnerung daran. Denn zugegeben war in uns beiden irgendwo ein klein wenig Wut und Ärger verblieben, sonst würden wir nicht versuchen Miguel auf dem Heimweg abzuschütteln, wir wollten regelrecht zuschauen, was er macht, wenn er uns aus den Augen verlieren würde. Wir hofften innig, dass er weint. Für eine kurze Zeit wurden wir ihn auch los, aber es war für ihn keine schwere Aufgabe uns unter den Leuten wieder zu finden.






Marc: "Oh no, I made a huge mistake...boner incoming!"
Mittlerweile schaffte es Miguel auch an seine liquiden Mittel zu kommen, was seine Situation extrem erleichterte und alle entspannte. So ließ es sich hervorragend in den Abend starten. Zunächst ein Abendmahl, danach SAUFÖÖÖÖNNN! Das Dinner fand diesmal bei einem Chinesen statt, wir wollten an jenem Abend wissen was japanische Chinesen kulinarisch so drauf haben. Die Enttäuschung war mehr als groß, sie war von verdammt nochmal kolossalem Ausmaß: Weder die Bedienung noch der Chefkoch konnte English, das war uns ja mittlerweile klar. Grundsätzlich war der Ton alles andere als freundlich in dieser Teufelsküche. Und die Mahlzeit hatte auch nicht besonders geschmeckt, reichte gerade mal für das Gefühl der Sättigung. Nach diesem Fail du Cuisine sahen wir einem hoffentlich besseren Abend entgegen. Wir haben uns nämlich einen besonderen Austragungsort für das peinlichste Verhalten ausgesucht: die Rock Rock Bar! Was diese Bar so besonders machte, so stand es im Internet, waren die vielen bekannten Gäste, die dort nach erfolgreichen Gigs und Konzerten gefeiert haben, sämtliche Rock-Persönlichkeiten, von A bis Z alles dabei. Unsere Neugier wollte dem nachgehen und rausfinden, ob alles besagte "legit" sei. Nach einer etwas verpeilten Suchaktion konnte uns eine freundliche Dame den richtigen Ort und den Weg dahin zeigen. Das Lokal wusste durchaus zu gefallen, mit seinem charmanten, mit Fotos von Rock-Legenden verzierten Wänden und dementsprechend bekannter Musik. Nach ein bis zwei Bier wir waren wir reif für Action, gerade dann sprachen uns Asami und Ayaku an, zwei Gaijin-Hunter aus lokaler Umgebung. Wie üblich tauschte man sich aus, trank sein Bier und tanzte zu gutem Rock. Wir waren über die Offenheit und den lockeren Umgang erstaunt, auch wenn das vielleicht teilweise am Alkohol gelegen haben mag. Dennoch war es sehr bereichernd mit lokalen Leuten zu connecten, auch wenn an diesem Abend einige tausend Yens über die Bartheke wanderten. Ja, ein gemütlicher Abend in einer ordinären japanischen Bar ist alles andere als günstig. Als dann Marc's letzter Yen aus der Tasche gezogen worden war, sahen wir uns gezwungen die Bar zu verlassen.


Guess who's gonna get some pussy tonight...
Prepare your anuses girls, cuz...
...here we goooo!
Alkoholisiert mit entsprechend großem Harndrang suchten wir den Starbucks auf, weil wir genau wussten, wo es da eine Toilette gab. Wie es der Zufall so will machten wir auch dort eine Begegnung mit Ausländern, allerdings war es eine Studentengruppe chilenischer und paraguayischer Herkunft. Nach einigen Minuten der Unterhaltung machten wir mit dieser Gruppe ein Meeting in Tokyo klar, weil diese dort ebenfalls einen Zwischenstopp machen sollte. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass es nie zu einem Treffen kommen wird.


Getrieben vom Hungergefühl entschieden wir einen Family Mart aufzusuchen um uns einige Onigiri zu holen. Auf dem Weg dahin passierte uns ein so lustiges Ereignis, dass zufälliger nicht sein kann: ein Ereignis mit der Wahrscheinlichkeit -1. Der Alkohol hatte sämtliche Schranken für NoGo-Verhalten aufgehoben und Marc hatte einfach Lust darauf sein T-Shirt in ein bauchfreies Top umzufunktionieren. Natürlich folgte der leichtsinnige Zuchtrusse seinem Beispiel und machte das Gleiche. Einige Meter darauf trafen wir unter all den Menschen, die in dieser Passage durch die Nacht irrten, einen Typen der GENAU SO rumlief bzw. rumstand, also das Shirt hochgekrempelt hatte, wahrscheinlich um seine nicht vorhandene Coolness zu steigern. Dieser Moment war so episch lustig, dass wir ihn aufforderten direkt ein Foto mit uns zu machen. Er weigerte sich zunächst, weil er, als wir auf ihn zugingen, gedacht haben muss, wir würden ihn parodieren. Er gab jedoch nach und ließ uns das Foto machen.

Spätestens ab diesem Foto werden auch alle Bloghater den Drang nach analer Masturbation verspüren.
Auf dem weiteren Heimweg über den Fluß von Minami-Senba schafften es die Jungs, damit sind Marc und Miguel gemeint, mit ihrem barbarischen Verhalten sogar ein paar Hooker wegzuekeln, was für einige Lacher sorgte. Dieses Verhalten stieß jedoch bei manchen Nutten auf Gegenliebe, denn zwei davon sahen darin die Chance, uns abziehen zu wollen, weil sie in uns angetrunkenen Raufbolden das leichte Geld sahen. Diese Flittchen konnten überraschend gutes Englisch und unterhielten sich eine Weile mit Marc und Miguel. Während des Gesprächs versuchte Marc in Erfahrung zu bringen, wo hier in der Nähe Parties am Laufen waren und bot den Mädels an mitzukommen. Diese stimmten zu, sofern wir sie einluden, quasi für sie mitzahlten. Marc war einverstanden, doch als die zwei sehen wollten, wieviel Geld wir dabei hatten, wurden wir skeptisch. Nein im ernst, die zwei wollten LITERALLY sehen, wieviel Cash in bar wir dabei hatten! Mehr Gold Digger kann man doch nicht sein :D. Marc und Miguel schauten sich beide an, drehten sich um und gingen fort. Nachdem wir festgestellt hatten, wie müde und alt wir mittlerweile waren, schmissen wir alle Partypläne beiseite und liefen heim. Und so, meine lieben Kinder, kam ein epischer Tag zu seinem Ende.


Minna-san ouyasumi-nasai!


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